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Wichtige Informationen

Bewerbungstipps

 

Praxisnahe bewerbungstipps für Frauen

 

 

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Gutes Geld für Gute Arbeit

Kennen Sie Ihre Rechte als Arbeitnehmer/in?

 

  • Erhalten Sie den Lohn, der Ihnen versprochen wurde?
  • Wissen Sie, ob Ihnen ein Mindestlohn (siehe Tabelle) zusteht?
  • Machen Sie Überstunden, die nicht bezahlt werden?
  • Bekommen Sie Ihren Urlaub bezahlt?
  • Wissen Sie, wie viele Urlaubstage Ihnen zustehen?
  • Bekommen Sie Lohn, wenn Sie krank sind?
  • Gefährden Sie bei Ihrer Arbeit Ihre Gesundheit?
  • Hatten Sie einen Arbeitsunfall? Bekamen Sie eine Heilbehandlung?
  • Wissen Sie, dass Jugendliche und Schwangere beson-deren Schutz genießen?
  • Werden Ihre Ansprüche im Betrieb gehört? Informiert Sie Ihr Betrieb / Ihr Arbeitgeber über Ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer?
  • Wissen Sie, wie Sie sich gegen Kündigungen wehren können?
  • Wissen Sie, dass Sie auch ohne Papiere Rechte haben?

In Deutschland sind alle Arbeitnehmer – auch bei geringfügiger Beschäftigung (450-€-Jobs) – durch Gesetze geschützt.
Ihr Arbeitsvertrag muss mindestens den nebenste-henden gesetzlichen Mindeststandards genügen.

 

Bei einer Beschäftigung von mehr als einem Monat ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, die Bestandteile des Ar-beitsvertrages aufzuschreiben, zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen. Dazu gehören: Namen, Be-ginn und Dauer der Beschäftigung, Tätigkeitsbeschreibung, Arbeitszeit, Arbeitsentgelt, Urlaub, Kündigungsfristen, Hin-weise auf tarifliche und betriebliche Vereinbarungen. Das-selbe gilt für wesentliche Änderungen des Arbeitsvertrages (§ 2 Nachweisgesetz).

Gesetzliche Mindeststandards in Deutschland

 

Arbeitslohn

Der Lohn darf nicht die in einigen Branchen geltenden Mindestlöhne und allgemeinverbindlichen Tariflöhne unterschreiten.


Arbeitszeit / Überstunden

Sie haben ein Recht auf Pausen und Ruhezeiten. Sie dürfen nicht mehr als 48 Stunden pro Woche (montags bis samstags) arbeiten. Ausnahmen sind möglich. Überstunden sollen bezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden.


Urlaub

Für eine 5-Tage-Woche erhält ein Arbeitnehmer 20 Tage Urlaub pro Jahr, für eine 6-Tage-Woche 24 Urlaubstage und für eine 4-Tage-Woche 16 Urlaubstage. Diese Urlaubstage muss Ihr Unternehmen bezahlen. Wie viel Geld Sie pro Urlaubstag erhalten, hängt ab von Ihrem durchschnittlichen Arbeitslohn.


Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Im Krankheitsfall steht Ihnen für sechs Wochen (längstens) Fortzah-lung des Lohns und anschließend Krankengeld zu. Das Krankengeld ist weniger als der Lohn und wird von der Krankenkasse bezahlt.


Arbeits- und Gesundheitsschutz / Arbeitsunfälle

Die Arbeit soll die Gesundheit und Sicherheit nicht gefährden. Rei-chen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nicht aus, können Ar-beitnehmer auf Verbesserung bestehen. Nachteile dürfen ihnen dadurch nicht entstehen. Arbeitsunfälle sind der gesetzlichen Unfall-versicherung zu melden. Bei Arbeitsunfällen haben Sie Anspruch auf Heilbehandlung und – falls nötig – auch auf Rente.


Jugendarbeitsschutz

Kinderarbeit ist verboten. Ein Kind ist, wer noch nicht 15 Jahre alt ist. Jugendliche (noch nicht 18 Jahre alt) dürfen nicht mehr als 40 Stun-den pro Woche arbeiten.


Mutterschutz

Schwangere dürfen in der Regel in den letzten sechs Wochen vor der Geburt des Kindes und acht Wochen nach der Geburt nicht beschäf-tigt werden. Während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Geburt sind Kündigungen unzulässig. Auch Schwangere, die sich nicht legal in Deutschland aufhalten, haben Anspruch auf ärztliche Versorgung.


Kündigungsschutz

Nicht jede Kündigung ist rechtlich zulässig. Bei Kündigungen sind Fristen zu beachten. Kündigungen müssen begründet sein. Kündi-gungsgründe können in der Person oder im Verhalten liegen oder betrieblich erforderlich sein (z.B. Auftragsmangel).


Arbeitsleistung

Der Arbeitsvertrag ist ein Dienstvertrag, kein Werkvertrag. Der Ar-beitnehmer schuldet die Arbeitsleistung, nicht den Erfolg. Es ist unzu-lässig, die Arbeitsleistung gegen Lohn als Werkvertrag darzustellen. Unabsichtliche Schlechtleistungen bei der Arbeit führen nicht zu Lohnabzug. Unzumutbare Anforderungen an die Arbeitsleistung kön-nen verweigert werden.

 

Mindestlöune

Januar 2013 Allgemeinverbindlich erklärte Mindestlöhne für Arbeitnehmer (Bruttostundenlöhne)


Abfallwirtschaft
Straßenreinigung, Winterdienst u.a.
voraussichtlich ab März 2013
Deutschland
8,68 €


Baugewerbe
Fachwerker, Kraftfahrer etc.
Hilfskräfte, Werker etc.
Berlin
13,55 € 11,05 €
Brandenburg
- 10,25 €


Dachdeckerhandwerk
Deutschland
11,20 €


Elektrohandwerk
Berlin und Brandenburg
8,85 €


Gebäudereinigung
Innenreinigung etc. Glas- und Fassadenreinigung etc.
Berlin
9,00 € 11,33 €
Brandenburg
7,56 € 9,00 €


Maler- und Lackiererhandwerk
Gelernte Ungelernte
Berlin
12,00 € 9,75 €
Brandenburg
- 9,75 €


Pflegebranche
Berlin
8,75 €
Brandenburg
7,75 €


Sicherheitsdienstleistungen
Berlin und Brandenburg
7,50 € *


Wäscherei- dienstleistungen
Berlin und Brandenburg
7,00 €


Weiterbildungs- einrichtungen
Berlin
12,60 €
Brandenburg
11,25 €


Zeit- und Leiharbeit
Berlin und Brandenburg
7,50 €


Private Hausangestellte im diplomatischen Dienst Einfache bzw. qualifizierte Arbeiten Deutschland ** 840 € bzw. 1.030 € netto im Monat sowie freie Kost und Logis

 

Der für allgemeinverbindlich erklärte (ave) Entgelttarifvertrag für das Wach- und Sicher-heitsgewerbe Berlin / Brandenburg sieht zum Teil höhere Stundenvergütungen vor.
Hierbei handelt es sich nicht um einen für allgemeinverbindlich erklärten Arbeitslohn, sondern um eine Festsetzung des Auswärtigen Amtes (Rundnote 34/2011).

 

Die aktuellen Mindestlöhne finden Sie auch in den Übersichten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundeszollbehörden:
http://www.bmas.de
Themen
Arbeitsrecht
Mindestlohngesetze
http://www.zoll.de
Vorschriften
Arbeit
Mindestarbeitsbedingungen

Welche Möglichkeiten haben Sie, Ihre Ansprüche durchzusetzen?


Wenn Ihr Lohn oder Ihre Arbeitsbedingungen

 

  • nicht den gesetzlichen Mindeststandards
  • nicht den für allgemeinverbindlich erklärten Mindestlöhnen (siehe Tabelle)
  • nicht den tariflichen Vereinbarungen

entsprechen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können sich selbst bei Ihrem Arbeitgeber beschweren und Ihre Rechte ver-langen – vielleicht auch mit einem Rechtsanwalt. Oder Sie wenden sich an eine Beratungsstelle (Telefonnummern und Adressen stehen auf der nächsten Seite). Gibt es keine Eini-gung mit Ihrem Arbeitgeber, entscheidet das Gericht. Ohne Ih-re eigene Initiative können Ihre Ansprüche verfallen.


Was Sie selbst tun können, um Ihre Rechte wahrzunehmen?

 

  • Notieren Sie sich Ihre Arbeitsstunden, den Arbeitsort, Namen und Adresse des Arbeitgebers.
  • Schreiben Sie auf, was Sie mit Ihrem Arbeitgeber münd-lich vereinbart haben.
  • Bewahren Sie alle Informationen auf, die Ihre Arbeit be-legen (Stundenzettel, Arbeitsanweisungen, SMS / Emails vom Arbeitgeber).
  • Merken Sie sich die Namen Ihrer Kollegen, damit Sie, wenn nötig, mit ihnen in Kontakt treten können.
  • Gegen eine Kündigung kann innerhalb von drei Wochen Klage erhoben werden.
  • Wenn Ihnen Ihr Lohn nicht bezahlt wird oder Sie zu we-nig Lohn bekommen, müssen Sie sich so schnell wie mög-lich bei Ihrem Arbeitgeber beschweren.
  • Können Sie sich nicht selbst helfen?
  • Werden Sie vom Arbeitgeber über Ihre Arbeit oder Arbeits-bedingungen getäuscht?
  • Werden Sie unter Druck gesetzt oder gezwungen, Überstunden zu machen? Müssen Sie gefährliche Arbeit gegen Ihren Willen verrichten?
  • Werden Sie gehindert, zu anderen Menschen Kontakt auf-zunehmen? Können Sie sich nicht frei bewegen? Mussten Sie Ihren Pass abgeben? Werden Sie bedroht?

Derartige Handlungen verletzen Ihre Rechte in schwerwiegen-de Weise. Arbeitsausbeutung durch Betrug, Lohnwucher, Zwangsarbeit, Menschenhandel werden bestraft. In solchen Fällen können Ihnen besonderer Schutz und Rechte zustehen. Dabei helfen Ihnen Beratungsstellen.

 

 

Flyer Mindestlöhne 2012

 

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