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Berlinweiter Fachtag am 23.6.2017

Eine Zusammenfassung

In Marzahn-Hellersdorf leben 10.000 Alleinerziehende. Von ihnen sind 1.824 arbeitslos gemeldet, und sogar jede/r zweite bezieht Leistungen nach SGB II. Das heißt, die Hälfte der Alleinerziehenden kann die eigene Existenz nicht ohne Unterstützung finanzieren. Das sind Dimensionen, die man nicht außer Acht lassen kann. Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle hat sich deshalb bereits vor sechs Jahren für die Gründung eines Netzwerkes eingesetzt, das die Interessen der Alleinerziehenden in den Fokus rückt. Am 5. Juni, also vor fast genau fünf Jahren war es dann soweit - das Netzwerk Alleinerziehende Marzahn-Hellersdorf wurde eröffnet.

Unter der Leitung von Anett Dubsky arbeitet es seitdem erfolgreich im Bezirk und bringt die Akteure an den Tisch, die die Situation der Alleinerziehenden verändern können. „Es dreht sich vor allem um die Themen Kinderbetreuung, Arbeit und Ausbildung sowie Schulden und Wohnung. Das sind die Bereiche, in denen die Alleinerziehenden oft Unterstützung benötigen“, so Anett Dubsky. Ein wichtiges Angebot ist die Arbeits- und Ausbildungstour. Hier werden arbeitsuchende Alleinerziehende mit Arbeitgebern des Bezirks zusammengebracht, zum Austausch und ungezwungenen Kennenlernen angeregt -nicht selten ergibt sich daraus der eine oder andere Arbeitsvertrag. Am 12. Oktober 17 startet die Tour bereits zum 14. Mal.

Das Netzwerk Alleinerziehende ist bislang einzigartig in seiner Art. Es sollen noch mehr werden. So werden nach und nach ähnliche Netzwerke in anderen Berliner Bezirken etabliert. Ehrensache, dass das Netzwerk Marzahn-Hellersdorf daher sein Jubiläum zum Anlass genommen hat, zu einem Fachtag einzuladen. „Alleinerziehend! Erfahrungen aus fünf Jahren Netzwerkarbeit.“ Mehr als 80 Teilnehmer/-innen aus Politik und Wirtschaft kamen am 23. Juni in das Kulturgut Marzahn-Hellersdorf und diskutierten die Berlinweite Entwicklung für Alleinerziehende.

Einigkeit herrschte darüber, dass Berlin die Hauptstadt der Alleinerziehenden ist und damit vor besonderen Aufgaben steht. Den Netzwerken in den Bezirken fällt dabei eine wichtige Rolle zu. „Auf Landesebene wird etwas kommen“ so Barbara König, die Staatssekretärin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. Natürlich vorbehaltlich der Haushaltsentscheidungen. Aber auch die Wirtschaft ist gefragt, ganz besonders in Zeiten des Fachkräftemangels.

Alleinerziehend – Ein Thema, das längst kein gesellschaftliches Randphänomen mehr ist und mehr gesellschaftliche Beachtung verdient und braucht.

Katrin Knitzsch Trabant gGmbH/Öffentlichkeitsarbeit für JAO gGmbH